Schubladen denken. Jeder kennt es, jeder tut es - Ich hasse es. Wurde heute von der Polizei kontrolliert, vermutlich nur weil ich dreads habe und damit in der Schublade Kiffer stecke. Wer mich kennt, weiß wie absurd dieser Gedanke ist. Und trotzdem bin ich in dieser Schublade drin. Nur weil ich keine Tierprodukte esse, bin ich direkt ein Öko, der im Wald wohnt. Nur weil ich nicht so aussehe wie du, bin ich gleich ein Verbrecher. Nur weil ich eine mir nahe stehende weibliche Person umarme, bin ich gleich lesbisch. Ich hasse, hasse Schubladen denken und doch tu ichs selber. Aber nichts desto trotz sollte jeder versuchen das möglichst zu lassen - ich will nicht nochmal auf Drogen kontrolliert werden.
Gestern beim Konzert fiel es mir mal wieder auf.
Wenn du auf Konzerten bist, dann kannst du einfach nur zu hören, langsam mitwippen oder du kannst tanzen, mitsingen, egal ob du den Text gar nicht kennst, den gegenüber in die Arme nehmen oder gleich eine Kuschelwall machen, du kannst lachend vor der Bierdusche wegrennen und toben, damit das Konzert weitergeht. Und ja, dann macht es Spaß, dann bist du für einen Moment einfach nur glücklich! Und das ist für mich das Ziel im Leben, wo wir schon bei Leben sind, im Leben ists doch genauso. Du kannst einfach dein Leben an dir vorbeiziehen lassen und mitmachen, so wies halt gerade kommt, oder du kannst jeden Moment in vollen Zügen genießen und dein Leben in die Hand nehmen. Ich nehme mein Leben in die Hand und feiere jeden Augenblick und genau deswegen bin ich so glücklich, wie ich bin.
So viele Punkte auf der To-do-Liste und was tue ich? Nichts. Ich tue nichts Schönes, weil ich ja noch so viel zu tun habe, und das was ich zu tun habe, tue ich nicht, weils ja keinen Spaß macht. Aber es muss sein. Warte.. Muss es das?
Wenn es einen Film über dein Leben gäbe, würdest du ihn anschauen, würde er dich faszinieren?
Ein wenig rumgefragt:
“Ich würde ihn einmal anschauen, und ihn dann wegschmeißen, weil ich über meine eigene Torheit enttäuscht wäre.”
“Die Hauptdarstellerin würde mir zu Grübeln geben!”
“tatsächlich “ja”
ich fände es allein schon interessant, weil ich teils sachen so sehr verdrängt habe.”
“Er wäre mein Lieblingsfilm. Haha”
Gerade beim duschen lief “Hollywood Hills”. Unfreiwilig kamen mit diesem Lied auch Erinnerungen. Erinnerungen an die Zeit, die ich wohl “meine schwarze Zeit” nennen würde. Erstaunt habe ich festgestellt, wie lange das doch schon wieder her ist. Über 1 1/2 Jahre. Was damals mit mir los war? Das weiß ich heute gar nicht mehr so genau, das kann ich nicht mehr rekonstruieren. Ich war unglücklich, oder zumindest hab ich mir eingeredet, das ich das war. Ich habe viel zu viel nachgedacht und eigentlich mehr existiert als gelebt. Aber ich glaube so eine Zeit hat jeder einmal. Und besser sie ist vorbei, als das sie noch kommt. Heute bin ich glücklich. Ich weiß auf wen ich mich verlassen kann und auf wen nicht, ich hab viel dazugelernt und weiß, was ich am Leben habe. Nicht nur existieren sondern leben lautet die Devise, ich will, dass ich später sagen kann, jap. mein Leben war lebenswert und ja, momentan ist es das einfach. Es gibt so viele schöne Momente, so viele Momente, die ich gerne in ein Marmeladenglas packen und festhalten würde. Und doch weiß ich, das geht nicht. Doch nur weil ein wunderschöner Moment vorbei ist, heißt das nicht, dass das Leben jetzt doof wird. Es kommt ein neues, unvergessliches Erlebnis. Ich glaube manchmal muss man einfach nur leben, anstatt zu viel nachzudenken.
Frag dich selbst, bist du glücklich mit deinem Leben?
Ist das, was du machst, wirklich das, was du machen möchtest?
Sparst du Zeit, und wofür sparst du sie?
Wenn es einen Film über dein Leben gäbe, würdest du ihn anschauen, würde er dich faszinieren?
Vermissen. Da ist es wieder. Diese Gefühl. Und du kannst nichts dagegen tun. Es ist über ein Jahr her, man sollte meinen, wir wären drüber hinweg. Doch es ist nicht so. Es fehlt mir tag-täglich, mein Leben hat sich verändert, mein Leben ist so verdammt geil geworden und trotzdem, es fehlt. Diese Unbefangenheit, die Freiheit, dieses Gefühl von Gemeinsamkeit, wie man es selten erlebt. Es fehlt.

